In Memoriam
LEX BARKER
NOTIZEN
Einige Notizen von den Autoren dieser Seiten:
Alle Kommentare, die Ihr auf diesen Seiten findet, jegliche Kritiken, Meinungen und Geschwafel stammen aus den Hirnwindungen von Maus und Sunshine, "Hüter der Barker Flamme". Nachdem dies nun klargestellt ist, hier noch ein paar Gedanken, ehe wir mit unseren Kritiken zu Lex Barkers Filmen beginnen:
Liebe Lex Barker Freunde,
Durch diverse Begebenheiten und Zufälle (oder eben nicht Zufälle ?!?) wurde ausgerechnet im Jahre seines 25. Todestages die Idee zu einer IN MEMORIAM LEX BARKER-Seite im Internet durch Mouse geboren. Ich freue mich sehr, mit nachstehenden persönlichen Gedanken und Erklärungen zur Erinnerung an einen Schauspieler beizutragen, der vor rund 20 Jahren in mein Leben trat:
Gegen Ende der 70er Jahre werden im Fernsehen sieben erfolgreiche Karl May-Filme wiederholt. Unter anderem werden "Winnetou 1-3" und "Der Schatz im Silbersee" gezeigt. Vergessen sind Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Meine neuen Helden sind der edle Apatschenhäuptling und sein weisser Blutsbruder. Meine Begeisterung geht so weit, dass mein Vater zur _berzeugung gelangt, dass seine Tochter "eines Tages mit einem Indianer nach Hause kommt" (O-Ton Papa).
Vom Winnetou-Fieber gepackt, verschlinge ich ein Karl May-Buch nach dem anderen und tr�ume von Reisen zum Silbersee, dem Llano Estacado und natürlich dem Pueblo der Apatschen. Trotz Mays ausführlicher Beschreibung von Old Shatterhand und Winnetou sehen die beiden irgendwie immer wie Lex Barker und Pierre Brice aus (Wie gross war meine Freude, als sich Barker in "Der Schatz im Silbersee" endlich den ollen Bart abrasiert!).
In der Folge beginne ich mich für die beiden Hauptdarsteller und deren Leben zu interessieren. Die Erkenntnis, dass Lex Barker nur wenige Jahre zuvor gestorben ist, erfüllt mich mit einer gewissen Trauer und Wehmut. Eine weitere Verfilmung mit der Traumbesetzung Barker/Brice wird es also nie mehr geben, was "aus heutiger Sicht betrachtet" vielleicht auch ganz gut ist. Denn so etwas wie die Karl May-Filme aus den 60ern kann es nur einmal geben. Jeder Versuch zu einem Remake ist praktisch schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Ich denke dabei besonders an "Winnetou kehrt zurück"... (bei aller Liebe Pierre, aber mehr als zehn Minuten konnte ich nicht ertragen...!)
Die Jahre vergehen, aber nicht meine Faszination. Und plötzlich ist Old Shatterhand alias Lex Barker nicht mehr "nur" der tapfere und kühne Held aus Kindertagen, sondern ein grossgewachsener, schöner und sympathischer Mann. Wie gerne würde ich ihm bei Erz�hlungen von den damaligen Dreharbeiten zuhören und mehr über seine persönlichen Ansichten und Meinungen erfahren...
Barker mag nicht unbedingt ein begnadeter Schauspieler gewesen sein, aber "wie Volker Pantel im Vorwort von Manfred Christs Buch "Von Tarzan bis Old Shatterhand" so treffend schreibt "Barkers physische Präsenz...und sein von Arroganz freies Erscheinungsbild", machen ihn für mich zum BESTEN OLD SHATTERHAND DARSTELLER, den es je gab und geben wird!!!
Und so wird er auch in meiner Erinnerung weiterleben!
Sunshine
(Juli 1998)
Meiner Ansicht nach gibts keine Männer mehr wie Lex Barker. Oder die verstecken sich alle. Wäre ja m�glich.
Nicht, dass ich den Barker Mann persönlich gekannt hätte, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass er wirklich an das GLAUBTE was er machte - nämlich die Menschen zu UNTERHALTEN. Ja ich behaupte sogar, er machte seinen Job gerne und man sah es ihm an. Ich halte ihn bei weitem nicht für den besten Schauspieler, aber er nahm seine Arbeit ernst und versuchte wirklich immer sein BESTES zu geben. Er schien offenherzig, nobel und freundlich zu jedermann. Er zeichnete sich dadurch aus, dass er ehrlich war indem was er tat, und vielleicht hat er deswegen niemals seinen Durchbruch in Hollywood geschafft, wer weiss?
Normalerweise ist mein Verhältnis zu Schauspielern und der Filmindustrie ein bisschen gestört. Ich glaube, dass die meisten Leute im Showbusiness lächerlich überbezahlt sind und überhaupt keine Freude an ihrer Arbeit haben. Die Filmerei ist zu einer einzigen riesigen Maschinerie verkommen. Nur ein paar wenige sind noch im Geschäft, um ihre Träume und artistischen Visionen zu verwirklichen. Seien wir doch einmal ehrlich: Kein Film, egal wie tief er uns berührt, wird jemals die Welt verändern. Er kann uns die Realität zwar für einige Zeit vergessen lassen, er kann uns auf eine Reise mitnehmen, Träume vermitteln, Anstösse zum Denken geben, aber es ist eben immer noch "nur" ein Film. Ich halte Filme und Fernsehen für sehr wichtige Bestandteile unseres Lebens (wie sonst hätte ich es die vergangen 9 Jahre in diesem Business ausgehalten?), aber sie können das wahre Leben nicht ersetzen. Schauspieler können nicht die Rollen unserer Freunde und Familien übernehmen.
Die Schauspielerei ist ein Beruf wie jeder andere auch (abgesehen davon, dass ein guter Schauspieler seine Seele wirklich der ganzen Welt zur Schau tragen muss). Ich finde, dass ein Job dann gut erledigt wurde, wenn er mit Freude und Enthusiasmus ausgeführt wurde. Und gerade das zeichnete Lex Barker aus. Er erstrahlte von der Leinwand als Held, weil er sich mit den Rollen identifizieren konnte und sie gerne spielte. Das Publikum wiederum konnte diesen Einsatz förmlich spühren.
Als ich mich an die Recherchen für diese Webseiten machte, erwachten auf einmal einige Kindheitserinnerungen bei Freunden und Bekannten, die dann natürlich ausdiskutiert wurden.
Sobald wir bei Lex Barker angelangten, wurde die Diskussion hitzig. Die meisten Frauen meinten (tief TIEF seufzend), dass sie sogar zu einer Veranstaltung gegangen wären, an der Lex das Telefonbuch von New York vorgelesen hätte (alle 6 Million Einträge bitte), wohingegen die männlichen Teilnehmer der Diskussion darauf hinwiesen, dass der Kerl ja nun wirklich gut ausgesehen hat, und deswegen auch alle Bräute gekriegt hat. Hierauf spaltete das Thema von Barkers fünf Ehen das Lager der Damen und Herren.... Nun gut, ich breche hier ab. Ich denke, dass wir uns im Laufe unseres Lebens alle verändern und unsere Gefühle eben auch. Es ist mir bewusst, dass ich wahrscheinlich der letzte noch lebende Mensch bin, der tatsächlich daran glaubt, dass die richtige Seelenverwandschaft ein Leben lang halten kann. (Ok, ihr könnt mich jetzt alle notschlachten). Andererseits sieht das Liebesleben meines Dads so ziemlich kongruent zu demjenigen von Barker aus. Also musste ich lernen meine Ansichten über die Liebe und das Leben wohlweislich etwas anzupassen. Wie immer die Dinge auch gewesen sein mögen, das Privatleben eines jeden gehört ihm selber und Hauptsache, man ist glücklich. Und das wollte ich eigentlich nur sagen.
Egal an wieviel man sich von Lex Barker erinnern kann - er ist immer noch unter uns. Sei es als "Tarzan", "Old Shatterhand" oder "Kara Ben Nemsi" - Barker bringt uns noch immer durch verregnete Nachmittage und trübe Winterabende und hinterlässt ein Lächeln auf den Gesichtern seiner Verehrer und Verehrerinnen. Er hat seinen Charme nicht verloren. Wir werden ihn nicht vergessen.
Und das ist, was wirklich zählt.